Wie gefährlich ist Vorhofflimmern?

Das Vorhofflimmern ist eine Rhythmusstörung des Herzens, die bei alten Menschen mit über 10 % verbreitet ist. Häufig liegt eine strukturelle Schädigung des Herzmuskelgewebes vor. Zu Beginn tritt diese Störung oft nur anfallsartig in kurzen Episoden auf. Typisch ist ein plötzlich auf etwa 100-140 Schläge pro Minute beschleunigter und zugleich unregelmäßiger Puls.

Die Pumpleistung des Herzens ist durch diese Rhythmusstörung oft nur gering (etwa um 10-15%) eingeschränkt, so dass die Betroffenen dieses oft gar nicht gleich wahrnehmen. Moderne Smart-Uhren können Vorhofflimmer-Episoden bereits erkennen und aufzeichnen, was man dem Arzt dann bildhaft übermitteln kann. Die eigentliche Gefahr eines länger bestehenden Vorhofflimmerns liegt in einer Häufung von Schlaganfällen. Dies kommt dadurch zustande, dass sich an der sich beim Flimmern nicht mehr normal bewegenden Vorhofwand (besonders in einer Ausstülpung des linken Vorhofs, dem sog. linken Herzohr) kleine Thromben ablagern können, und wenn sich diese lösen, können sie direkt kopfwärts über die Hauptschlagader und die Halsgefäße ins Gehirn gelangen, wo sie kleine Gefäße verstopfen und dann einen Hirninfarkt auslösen. Um dies zu verhindern, benötigen solche Patienten frühzeitig gerinnungshemmende Medikamente. Es gibt verschiedene, unterschiedlich erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten des Vorhofflimmerns über Medikamente bis hin zu einem Elektroschock („Kardioversion“) oder einer sogenannten Lungenvenen-Verödung („Ablationsbehandlung“).

 

H.E.

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