Was macht der Betablocker mit mir?
Herzkranke Patienten bekommen häufig Betablocker verordnet, speziell auch nach einem Herzinfarkt. Diese Substanzen blockieren die Rezeptoren für unsere Stress-Hormone Adrenalin und Noradrenalin an den Gefäßen und am Herzen, sie senken dadurch die Pulsfrequenz und den Blutdruck und unterstützen die Rhythmusstabilität des Herzens.
Man muss hierzu wissen, dass diese im Nebennieren-Mark produzierten Stress-Hormone in der Evolution früher eine bedeutsame Rolle gespielt haben: noch vor vielen 1000 Jahren gewährleisteten sie, dass unsere Vorfahren etwa bei der Flucht vor wilden Tieren, oder auf der Jagd nach Tieren eine rasche Herz-Kreislauf-Anpassung des Körpers auf eine plötzliche Höchstleistung vollbringen konnten. Solche Herausforderungen sind aber ja längst vorbei, dennoch finden wir häufig bei unserer modernen Lebensform in der Zivilisationsgesellschaft Zustände erhöhter Stress-Hormone im Blut, die unserem Herzen und Kreislauf nicht guttun (der Adrenalinspiegel im Blut kann auf über das 50-fache der Norm ansteigen!).
Hier greifen wir regulierend mit den Betablocker-Substanzen ein, indem wir einfach die Rezeptoren für Adrenalin und Noradrenalin an den Arterien und am Herzen besetzen, partiell „blockieren“ und dadurch ungewollte Stress-Wirkungen vermindern. Der Körper merkt dieses ein Stück weit und versucht die Blockierung durch eine Mehrproduktion von Adrenalin und Noradrenalin zu kompensieren, was ihm jedoch nur partiell gelingt. Aber deshalb ist es wichtig zu wissen, dass man den Blocker nicht abrupt absetzt und die Einnahme möglichst nicht vergisst, weil es sonst zu einer Überflutung mit diesen dann nicht mehr blockierten Stresshormonen kommen kann. Aus diesem Grunde werden Betablocker üblicherweise langsam ausgeschlichen, wenn man sie absetzen will.
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